Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in einem psychodynamischen Verfahren?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Kurzzeittherapien (bis ca. 25 Stunden plus 6 begleitende Stunden für die Bezugspersonen) und
  • Langzeittherapien (Höchststundenzahl 120 Stunden plus 30 Stunden begleitende Psychotherapie der Bezugspersonen)

Bei einer Analytischen Jugendlichenpsychotherapie geht man im Höchstfall von 140 Stunden für den Jugendlichen aus (maximal von 180 Stunden).

Welche Psychotherapieformen gibt es eigentlich im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung?

Nach den Psychotherapierichtlinien gibt es derzeit 3 wissenschaftlich anerkannte und sozialrechtlich zugelassene Behandlungsverfahren.

Das sind:

  • Die Analytische Psychotherapie
  • Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Die Verhaltenstherapie

Ich bin in den beiden ersten Verfahren ausgebildet und kassenzugelassen. Der Einfachheit halber können wir bei diesen beiden Verfahren zusammengefasst auch von der Psychodynamischen Psychotherapie sprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeittherapie und Langzeittherapie?

Kurzzeittherapien sind oft Kriseninterventionen, bei denen ein eingegrenztes Problem gezielt behandelt wird. Auch kann eine Kurzzeittherapie dazu dienen, die Indikation für eine Langzeittherapie zu überprüfen.

Wer übernimmt die Kosten für eine Analytische Kinder- oder Jugendlichenpsychotherapie?

Die Kosten können von den gesetzlichen Krankenkassen und Ersatzkassen übernommen werden. Die Privatkassen können entsprechend dem abgeschlossenem Versicherungsvertrag die Kosten übernehmen. Ferner können die Kosten von Ihrer Beihilfestelle übernommen werden.

Der Kostenübernahme geht eine genaue fachliche Abklärung auch unter Beteiligung einer konsiliarischen Untersuchung durch einen Arzt sowie der Überprüfung durch einen Gutachter voraus.

Wie arbeitet die Analytische Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen?

Die Selbstheilungskräfte der Psyche werden mit auf den Einzelfall angepassten Methoden aktiviert und unterstützt. Mit dem freien Gestalten, Rollenspielen, Gesprächen werden die Probleme und die dahinter liegenden unbewussten Konflikte bearbeitet und neue, reifere Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. Durch die spielerische und sprachliche Bearbeitung bestehender Entwicklungsstörungen sowie die Aktivierung gesunder Anteile kann die psychische Entwicklung, welche durch Störung beeinträchtigt wurde, wieder in Fluss kommen. Symptome klingen ab und Reifungsdefizite können aufgeholt werden.

Literaturhinweise

Für Vorschulkinder und Kinder bis ca. 8 Jahre und ihre Eltern, Erzieher und Lehrer:

Marc A. Nemiroff / Jane Annunziata
Mein erstes Kinderbuch über Spieltherapie
4. Auflage 2007, Deutscher Psychologenverlag

Christiane Erner-Schwab
Psychotherapie für Kinder
Ein Leitfaden für Eltern und andere Erziehende
2005, Atlantis pro juventute

Welchen Sinn hat denn die begleitende Psychotherapie der Bezugspersonen?

Sie ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Analytischen Kinderpsychotherapie, bei älteren Jugendlichen ist sie weniger wichtig und wird häufig auf Wunsch der Jugendlichen auch nicht beantragt, da diese ihren Weg der Ablösung vom Elternhaus selbständig gestalten möchten.

Die begleitenden Elterngespräche helfen, die im Alltag auftretenden Probleme und Konflikte mit den Kindern zu vermeiden bzw. zu verändern. Sie fördert das Verständnis über den therapeutischen Prozess und seine Entwicklungsphasen.

Sie ermöglicht Informationen über innerpsychische Konfliktverarbeitung und Symptomatik und unterstützt im Erziehungsverhalten. Sie ermöglicht eine psychische Entlastung und Unterstützung. Sie hilft bei der Stressbewältigung. Sie bereitet auf mögliche künftige Konfliktsituationen vor.

Kann ich direkt zu einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in die Praxis gehen?

Ja, Sie können direkt einen Termin ausmachen und brauchen keinen Überweisungsschein. Bringen Sie wie üblich, Ihre Versicherungskarte (Bei Jugendlichen) bzw. die Ihres Kindes zum ersten Besuch mit (bei einer lfd. Behandlung 1 x im Quartal).

Wenn eine Psychotherapie indiziert erscheint, wird die Leistungspflicht der Versicherungsträger in einem Gutachterverfahren fachlich überprüft und bewertet. Zu dieser Antragsstellung für eine Psychotherapie gehört auch die konsiliarische Untersuchung durch einen Arzt.

Da ich von der Gutachterpflicht bei Kurzzeittherapien befreit bin, entfällt bei einer Indikationsstellung ‚Kurzzeittherapie‘ das Gutachterverfahren, welches dann aber bei einer möglichen Umwandlung in eine Langzeittherapie wieder zum Zuge kommt.

Ich bin 15 Jahre und will ohne meine Eltern kommen, geht das?

Jugendliche können wie bei jedem Arztbesuch, z.B. bei einer Schwangerschaftskonfliktberatung, mit ihrer Versichertenkarte zu mir kommen.

In den probatorischen Sitzungen wird zusammen mit dem Jugendlichen der weitere Weg einer psychotherapeutischen Unterstützung und Hilfe geklärt.

Sollte eine Jugendlichenpsychotherapie indiziert sein, ist es allerdings sinnvoll, die Eltern davon in Kenntnis zu setzen. Grundsätzlich gilt für diese, wie für alle Gespräche, dass sie vertraulich stattfinden und ich entsprechend meiner ärztlichen Schweigepflicht handele.

Wie nehme ich am besten Kontakt zu Ihnen auf?

Sie erreichen uns persönlich unter der Nummer (030) 611 91 84 montags bis freitags in den Nachmittagsstunden 10 Minuten vor der vollen Stunde (14:00 – 20:00 Uhr).

Sie können uns auch gern eine E-Mail zusenden.

Was versteht man unter Schweigepflicht?

Antwort dazu: Eine Psychotherapeutische Behandlung ist in besonderer Weise durch die Schweigepflicht des Psychotherapeuten geschützt. Das heißt, dass niemand, weder die Krankenkassen, Freunde, Lehrer, Erzieher, oder der Arbeitgeber Angaben zu Inhalten der Therapiestunden erfährt. So wird der Psychotherapeut z.B. den Eltern des behandelten Kindes keine inhaltliche Angaben aus den Kinderstunden machen, wie umgekehrt, das Kind keine Angaben zum Inhalt der begleitenden Elternstunden vom Psychotherapeuten erhält. Insbesondere ist dieser Aspekt auch sehr wichtig für Jugendliche, die sich in Verselbständigungsprozessen befinden und eine Psychotherapie in einem vor ihren Eltern geschützten Rahmen für sich machen möchten. Das heißt: Alles, was im therapeutschen Raum besprochen wird oder im therapeutischen Spiel dargestellt wird, bleibt absolut vertraulich.

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